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Beim 12. DJV-Bloggerstammtisch in der Gläsernen Manufaktur drehte sich alles um eMobility und das Thema Podcasts

Was ist ein Podcast und was nicht? Welche Technik benötige ich, um spannende Hörbeiträge fürs Internet zu produzieren? Wie platziere ich diese später bei iTunes, Spotify und Co.? Welcher Aufwand steckt dahinter? Und gibt es eine typische Podcast-Zielgruppe? Die 12 Teilnehmer des 12. DJV-Onliner- und Bloggerstammtischs dürften, was diese Fragen angeht, seit Donnerstag ein bisschen schlauer sein.

In der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen fanden an dem Abend zwei visionäre Branchen zusammen: Onlinejournalismus trifft eMobility. Manufaktur-Pressesprecher Dr. Carsten Krebs und sein Team führten die 12 Teilnehmer zunächst auf einem Rundgang durch die Produktion und boten spannende Einblicke in den Autobau der Zukunft, in dem – wer hätte das gedacht – selbst Roboter mal Pause machen dürfen. Dass in der Manufaktur derzeit täglich 72 e-Golfs in zwei Schichten gebaut werden, wobei 2018 rund 130.000 Besucher zusahen, ist freilich eine interessante Randnotiz der einstündigen Führung, die nicht nur Platz für Fragen bot, sondern zu neuen Ideen inspirierte.

Anschließend ging es im schönsten Raum der Gläsernen Manufaktur dann wirklich zur Sache. Der Journalist und Podcaster Lucas Görlach vom Dresdner Label „EinfachTon“ erklärte den Anwesenden nach einer kurzen Vorstellungsrunde, dass Podcasts ähnlich funktionieren wie Blogs – nur eben im Audioformat. Das Schöne daran ist: Sie sind – anders als youtube-Videos oder Instagram-Beiträge – unabhängig von einer Plattform und können selbst gehostet werden. Firmen wie Podigee haben sich auf das Hosting von Podcasts spezialisiert und bieten Starterpakete schon ab 6 Euro pro Monat an.

Wer den momentanen Boom der Podcasts bislang verpasst hat, dem empfahl Görlach, einmal bei iTunes zu stöbern, der weltweit größten Plattform für Podcasts. Dort zeigt sich auch, dass der Podcast längst in den Journalismus Einzug gehalten hat: Antenne Bayern etwa hat eine Podcasterin aus München beauftragt, regelmäßige Beiträge zu produzieren. Viele Sender stellen zudem einmal fürs Radio produzierte Sendungen als Podcast online, um auch diesen Vertriebsweg zu nutzen. Umgekehrt schauen sich Podcaster auch von „etablierten“ Medien einiges ab, so gibt es derzeit allein etwa fünf Morningpodcasts in Deutschland, schätzt Lucas Görlach.

An der Frage, was ein richtiger Podcast ist, schieden sich die Geister: Einen eingelesenen Blogbeitrag zum Beispiel würde Lucas Görlach nicht als Podcast bezeichnen. Das sei eher ein anderer Vertriebsweg für bereits produzierten Content. Zum Audioformat gehört eben noch ein bisschen mehr. Eine Jingle mit Wiedererkennungswert würde er empfehlen, auch bringen Geräusche Atmosphäre in den Beitrag, weiß der Radiojournalist. Und die technische Ausstattung? Die wiederum hänge sehr von der Art des Podcasts ab. Im Zweifel bringt ein iPhone schon sehr gute Tonqualität. Statt in großen Räumen sollte man seine Interviews lieber im Kleiderschrank führen, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. Für ein gutes Mikrofon sollten Blogger mindestens 100 Euro investieren. Die Aufnahmen lassen sich mit Apps wie GarageBand oder Audesity schneiden. Ideal ist aber natürlich die Produktion im Tonstudio.

Wichtiger als kreative Jingles und eine geschliffene Aussprache sei bei Podcasts der Inhalt. Lucas Görlach rät zu langlebendigen Formaten, die auch ein Jahr nach der Aufnahme noch aktuell sind. Wie auch bei Blogs, sei es gut eine Nische zu finden, sich mit originellen Formaten oder speziellen Infos von anderen abzuheben. Interessant: Laut einer aktuellen Studie sind Manager eine bevorzugte Zielgruppe. Der Hintergrund: Podcasts lassen sich auf dem Weg zur Arbeit oder am Flughafen, im Flugzeug und zum Frühstück konsumieren. Die übliche Länge liege daher zwischen 20 und 45 Minuten – und in dieser Zeit lässt sich deutlich mehr erzählen als in den meisten Radioformaten.

Zum Schluss ging es auch um die Frage, wie ich meinen Podcast bekannt machen kann. Und da sind die schon vorhandenen Netzwerke gefragt: Über Webseite, Blog, Social-Media und Newsletter lassen sich die eigenen Zielgruppen gut erreichen. Unternehmen können in der PR auch die Mitarbeiter mit einbinden. Allerdings: Bis man – wie die ganz erfolgreichen Podcaster – 80.000 Hörer und mehr pro Sendung erreicht, ist es ein langer Weg. Kein Grund, es nicht wenigstens mal auszuprobieren!

Wir danken ganz herzlich unseren Partnern von EinfachTon und der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen für die Unterstützung!

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