Viele Regeln, viele Grauzonen

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Rückblick auf den 11. DJV-Bloggerstammtisch zum Thema Steuerrechte bei den Dresdner Musikfestspielen am 16. August 2018

Die Frage, wie man mit dem eigenen Blog Geld verdienen kann, ist immer ein beliebtes Thema bei Stammtischen und Netzwerktreffen. Was es steuerlich zu beachten gibt, wenn es denn soweit ist, darum ging es nun beim 11. DJV-Bloggerstammtisch am 16. August 2018. Im gut gekühlten Büro der Dresdner Musikfestspiele gab Steuerberater Alexander Höhn von der Steuerberatungsgesellschaft Fritsch & Höhn mbH dazu eine erste Hilfestellung.

In lockerer Atmosphäre beantwortete er zunächst die Fragen der neun Teilnehmer, die so vielfältig waren wie die Bloggerszene selbst. Das beginnt bei der Umsatzsteuer, die Unternehmer – und dazu zählen auch Blogger, die im Hauptberuf festangestellt sind, aber nebenbei mit ihrem Blog Einnahmen erzielen – erst ab einem Jahreseinkommen von 17.500 Euro ausweisen müssen. Journalisten und alle Anhänger von freien Berufen (Ärzte, Anwälte, Künstler, Kreative) berechnen für ihre Leistungen eine Umsatzsteuer von 7 Prozent. Doch Achtung: Ein Werbebeitrag in Form eines „Sponsert Posts“ gilt als gewerbliche Einnahme und muss daher mit 19 Prozent Mehrwertsteuer veranschlagt werden.

Journalisten werden also automatisch zu Gewerbetreibenden, sobald sie Werbung auf ihrer Seite schalten. Sie sind dann nicht mehr nur freiberuflich, sondern auch gewerblich tätig und müssen einen Gewerbeschein beantragen. Gewerbesteuer fällt jedoch erst ab einem jährlichen Gewinn von mehr als 24.500 Euro an. Sie wird – das ist für Journalisten von Interesse – wirklich nur auf den gewerblich erzielten Gewinn angerechnet. Die Gewinne aus journalistischer Tätigkeit bleiben davon unberührt.

Insgesamt zeigte sich an diesem Abend: Es gibt sehr viele Regeln und ebenso viele Grauzonen. Ein Youtuber beispielsweise, der in seinen Videos Kosmetik- und Modeeinkäufe vorstellt, ist laut Gesetz weder als künstlerisch noch schriftstellerisch einzuordnen. Er gilt nicht als Berichterstatter, weil die kritische Auseinandersetzung zu Ereignissen fehlt. Ein Blogger, der auf seiner Webseite Texte über die Musikszene veröffentlicht, über neue und bekannte Künstler berichtet und Neuerscheinungen beurteilt, ist hingegen als schriftstellerisch Tätiger einzuordnen, also Journalist.

Das sind nur zwei von vielen Beispielen, die an dem Abend für eine lebendige Diskussion unter den Teilnehmern sorgten. Alexander Höhn machte den Anwesenden trotz aller Stolpersteine aber doch Mut, es einfach zu probieren und anzufangen. Für die Erledigung der Steuererklärung gab er zudem einen guten Tipp: Die Buchhaltungssoftware „debitoor“ und das WISO-Steuersparbuch sind auch für den Laien wertvolle Helfer bei allen Fragen rund ums Steuerrecht.

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