„Die Szene muss sich erst bewusst werden, dass sie eine ist!“

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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, denn am 1. September 2017 organsiert Peter Stawowy in der Gläsernen Manufaktur von VW Dresden die zweite Auflage seiner Tagung „Blogger spinnen ein Netzwerk“ oder kurz #bsen. Nach der Premiere in Leipzig im April 2016 soll das Netzwerktreffen dieses Mal größer werden und nicht nur Blogger ansprechen. Was uns erwartet, erzählt Peter Stawowy im Interview:

Alle Blogger und Onliner sind schon aufgeregt, denn am 1. September gibt es die zweite Ausgabe der Konferenz „Blogger spinnen ein Netzwerk“. Wie viele Blogger werden denn dort voraussichtlich zusammentreffen?
Wir planen aktuell mit 160 Teilnehmern – die Hälfte der Tickets ist schon weg. Wobei wir ja nicht nur Blogger eingeladen haben, sondern bewusst auch Vertreter aus Medien, von Agenturen und Unternehmen und Institutionen ansprechen. Eben, um alle zum Netzwerken und in den Austausch miteinander zu bringen.

Woher kommen die Teilnehmer, nur aus Dresden, aus ganz Sachsen oder auch von weiter?
#bsen1 vergangenes Jahr in Leipzig hatte Blogger aus Sachsen und auch den Nachbarländern gezogen. Dieses Jahr haben wir uns bewusst nicht regional beschränkt und haben auch schon Anmeldungen aus anderen Bundesländern. Es liegt aber nahe zu vermuten, dass die meisten Teilnehmer aus der Region Mitteldeutschland kommen werden.

In den Ankündigungen war schon zu lesen: Die Tagung wird anders als die Erstausgabe. Wo liegt genau der Unterschied?
Der große Unterschied: Im Vorjahr ging es ausschließlich ums Bloggen – wie mache ich mein Blog besser, was ist ein guter Text, wie forme ich meine Marke. Dieses Jahr erweitern wir den Horizont und stellen die übergeordnete Leitfrage: Wie verändert das Netz die Gesellschaft und welchen Beitrag leisten Blogger und Onliner dabei? Dabei geht es zum Beispiel auch um Qualität, Verantwortung, aber auch weitergefasst konkrete Beispiele. Bewusst haben wir auch gesagt: Das wird keine reine Blogger-Konferenz, sondern die Blogger laden alle interessierten Personen ein, mit ihnen diese Frage zu diskutieren. Das spiegelt sich besonders im Programm wieder.

Wie kommt es, dass ihr die Tagung in diese Richtung weiterentwickelt habt und wie kommt das bisher bei den Bloggern an?
Die Idee, #bsen zu veranstalten, ist 2015 in einer geschlossenen Blogger-Gruppe mit rund 200 Mitgliedern entstanden – die ich nach wie vor sehr eng bei der Ausgestaltung des Programms und der Veranstaltung beteilige. Meine Kollegen finden das manchmal anstrengend, dass ich immer alle möglichen Sachen in der Programmgruppe diskutiere. Mir ist aber sehr wichtig, eben kein Event für die Szene, sondern aus der Szene heraus zu organisieren.

Wie gut sind denn die sächsischen Blogger aus Deiner Sicht bislang vernetzt?
Es ist wie in vielen anderen Medienbereichen: Zuerst kümmert sich immer jeder erst um sein Projekt, dann kommt die Vernetzung dran. Wobei die Euphorie im Vorjahr, was es alles gibt, schon gigantisch war. Schon da sind diverse Verbindungen und auch ein gewisser Grad an Identifikation entstanden. Wobei man auch sagen muss: Schaut man sich die Diskussionen in der Blogger-Gruppe oder den Rücklauf auf kleinere Veranstaltungen, die zur Vernetzung beitragen sollen, an, könnte da schon noch einiges mehr gehen.

Wie kann bzw. sollte man dieses Netzwerk noch stärken?
Mit Geduld und Kontinuität. Erstmal ist es ja so, dass viele Menschen keinen Schimmer haben, was es da alles gibt und wie die Strukturen und Arbeitsweisen sind. Mich erreichen immer mal wieder so Mails mit der Frage, wie und wo man einen Blogger buchen könne … absurd, aber hier Alltag. Wir haben auch deswegen die Sächsische Landesanstalt für Medien und privaten Rundfunk als Mitveranstalter im Boot, um das Thema transparenter zu machen – mit der Zeit wird das schon seine Wirkung haben. Die Blogger könnten sich aber auch durchaus öfter mal fragen, was sie selbst beitragen könnten zur Vernetzung. Da sehen viele noch gar nicht, welche Vorteile das haben könnte.

Mal abgesehen vom Netzwerken: Was können die Blogger am Abend des 1. September von #bsen mitnehmen/lernen?
Die Erfahrung lehrt: Man geht aus so einem Termin voll mit Ideen und Anregungen und einer riesigen Portion Motivation. Allein die Erkenntnis, dass es auch andere gibt, die vor ähnlichen Problemen stehen wie man selbst, ist Gold wert – im Idealfall nimmt man auch für einzelne Themenaspekte gleich einen Lösungsansatz mit. Im Vorjahr sind außerdem diverse Projekte und Kooperationen bis hin zu konkreten Aufträgen entstanden – eine ganze Reihe Leute haben sich hinterher bei mir bedankt.

Im Rückblick auf die erste Ausgabe im vergangenen Jahr: Was hast Du persönlich an dem Tag über die Bloggerszene gelernt?
Eine Menge. Etwa, dass wir bei der Vernetzung noch ganz am Anfang stehen – die Szene muss sich erstmal bewusst werden, dass sie eine ist. Der größte Lerneffekt ist aber wohl der: Ich dachte vorher, ich kenne die Szene halbwegs. Am Ende habe ich aber so viele neue Leute und Projekte an dem Tag kennengerlernt, dass ich zu der Erkenntnis kommen muss: Ich werde niemals alles überblicken können.

Info: #bsen 2017 – 01.09.2017, Gläserne Manufaktur von VW
Tickets und Infos: http://bsen.flurfunk-dresden.de/

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