Print versus Blog

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Bericht vom 7. #bloggerdd am 2. März

Sind Blogger auch Journalisten? Und was macht einen Journalisten zum Blogger? Genau das war auch die Frage beim 7. Onlinestammtisch des DJV Sachsen am 2. März 2017. Dank der freundlichen Unterstützung des Impact Hub Dresden konnte unser Treffen dieses Mal in dem brandneuen Coworkingspace am Hauptbahnhof stattfinden. Gastblogger Heiko Weckbrodt vom Onlinemagazin Oiger plauderte hier vor zehn Teilnehmern – zum ersten Mal mit PowerPoint – aus dem Nähkästchen.
Im Fokus stand dieses Mal also ein Journalist, der die Festanstellung bei einer Dresdner Tageszeitung 2014 kündigte, um mit seinem Onlineportal richtig durchzustarten. Mit Themen aus der Wissenschaft und Wirtschaft erreicht Oiger seit 2011 rund 26.000 Leser im Monat. Gegründet habe er das Portal auch aus technischem Interesse, das bereits aus dem Studium herrührt, sagt Heiko Weckbrodt. Im Internet kann er unabhängig von vorgegebenen Layouts schreiben und neue Formate testen. Er kann Videos einbinden und Themen mit Links vertiefen. Nur eines hat er noch nicht geschafft: Das Ziel, nach zwei Jahren mit den Einnahmen aus dem Blog sein Grundeinkommen bestreiten zu können, hat Heiko Weckbrodt inzwischen beinahe aufgegeben.
Es sei schwierig, Anzeigenkunden auf Dauer zu gewinnen. Auch Angebote wie flattr oder Affiliate-Links von Amazon hätten sich nicht bewährt. Was läuft, sind bezahlte PR-Beiträge von Werbefirmen. Die Angebote dafür flatterten zudem fast immer von selbst herein. Darüber hinaus arbeitet Heiko Weckbrodt für die Tageszeitung und hat auch PR-Auftraggeber. Bereut hat er seine Kündigung dennoch nicht. Gerade die Arbeit für Print und Online gleichzeitig sieht Heiko Weckbrodt jedoch heute als befruchtend an.
Auf der einen Seite habe er das journalistische Wissen und Handwerkszeug. Das kommt ihm beim der Aufbereitung der Themen zu Gute. Auf der anderen Seite spüre er oft, dass die Menschen Bloggern eher Themen anvertrauen als Journalisten, dass klassische Medien wie die Tageszeitung aber trotzdem an vielen Stellen noch immer ein besseres Standing hätten. Am Ende des Vortrags folgte ein Erfahrungsaustausch zu Kommentaren im Internet, der schwindenden Bedeutung von Social Media für die Reichweite von Blogs und dem Aufwand zur Videoproduktion, der meist von geringem Nutzen ist.

Mit dabei waren dieses Mal:
Peter Stawowy, Nadine Faust, Stephan Hönigschmid, Manja Branss, Marcus Franke, Ralph Scholze, Andreas Herrmann und Nicole Czerwinka sowie Pierre Herzer vom Impact Hub Dresden

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